Aktuelle Informationen zu Rufanlagen DIN VDE 0834 von besonderer Bedeutung für die Sicherheit bei Planung, Errichtung und Betrieb von Rufanlagen.
Diese Information spiegelt ausschließlich meine persönliche Meinung wider und ist nicht allgemeingültig.

Verteiltes Alarmsystem
Foto: Frank Kohl

Betrieb von verteilten Alarmsystemen (VAS)

Bei einer funktionalen Zusammenschaltung eines ME-Gerätes mit einer Rufanlage nach DIN VDE 0834 entsteht in der Regel ein neues Medizinisches System in Eigenherstellung. Werden hierbei unidirektionale Alarme zur Rufanlage übertragen und beschreibt der Hersteller des verwendeten ME-Gerätes bei der Risikobeherrschung eine mögliche Gefährdungssituation, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ein gravierender Verstoß gegen die MPBetreibV und das MPG vorliegen. Vermeiden Sie solche Zusammenschaltungen. Regelmäßig erleiden Patienten hierdurch einen maximalen Schaden.
Sollten Sie trotzdem eine solche Zusammenschaltung erwägen? Dann empfehle ich Ihnen vorher das Fachbuch „Verteilte Alarmsysteme“ von Armin Gärtner (ISBN: 978-3-8249-1990-1) zu lesen.

Gefährlicher Betrieb einer Rufanlage
Foto: Frank Kohl

Gemeinsame Leitungsführung

Bei Abnahmen von Rufanlagen nach DIN VDE 0834 wird vermehrt deutlich, dass Leitungen der Rufanlage und Leitungen der Niederspannungsanlage gemeinsam geführt werden. Das ist aus verschiedenen Gründen gefährlich. Zum einen besteht hier keine sichere Trennung von 4.000 Volt zwischen den Leitern. Zum anderen können einfach isolierte Drähte, bei einer thermischen Überlastung der Isolation schnell zu einer elektrisch leitenden Verbindung der verschiedenen Gewerke führen. Das ist besonders dann schnell der Fall, wenn die Drähte unter mechanischer Spannung stehen, wie hier im Kabelkanal. Im schlimmsten Fall kommt das Potential eines Außenleiters unbemerkt an einen Leiter der Rufanlage. Das wäre dann eine potentielle (Lebens-)Gefahr für Patienten und Bewohner.
Einfach isolierte Drähte von Rufanlage und Niederspannungsanlage dürfen sich niemals berühren!

Patientenumgebung nach EN 60601-1
Grafik: Frank Kohl

Elektrische Sicherheit in der Patientenumgebung

Die Betten von Patienten und Bewohnern befinden sich in der Patientenumgebung nach EN 60601-1, wenn dort Personen mit ME-Geräten überwacht, behandelt oder therapiert werden. Weil nie ausgeschlossen werden kann, dass im Laufe des Verwendungszyklus einer Rufanlage nach DIN VDE 0834 dieser Fall eintritt, ist die Patientenumgebung anzunehmen. Somit ist die sichere Trennung nach EN 60601-1 für elektrische Apparaturen, die sich in der Patientenumgebung befinden zu gewährleisten. Das betrifft natürlich auch Apparaturen der Rufanlage. Diese Forderung wurde bereits in der DIN VDE 0834-1 aus dem Jahr 2000 beschrieben. Planer, Errichter und Betreiber sind gut beraten, wenn sie sich an diese Vorgabe zur Patienten- und Bewohnersicherheit halten.